Warum Notduschen?

1. Was sind Notduschen und wofür braucht man sie?
2. Unterweisung der gefährdeten Personen
3. Erste Hilfe geleistet - und dann?
4. Welche Art von Notduschen gibt es?
5. Sind Notduschen vorgeschrieben?
6. Wo und in welcher Reichweite sollen Notduschen stehen?
7. Welche technischen Anforderungen müssen Notduschen erfüllen?
8. Wie sieht es mit der Wartung von Notduschen aus?
9. Wann eine Augenspülflasche nehmen und wann eine fest angeschlossene Augen-/Gesichtsdusche?
10. So viel zu der Theorie. Und wie sieht es in der Praxis aus?

Notduschen sind eine wichtige Erste-Hilfe-Einrichtung und können Leben retten.

1. Was sind Notduschen und wofür braucht man sie?
  Notduschen können einen Notfall nicht verhindern, sie sind als Erste-Hilfe-Einrichtung einzuordnen und müssen
im Notfall sofort funktionieren!

Unter den Begriff „Notduschen“ fallen alle Körper-, Augen- und Gesichtsnotduschen, sowie
Kombinationsnotduschen aus Körper- und Augen-/Gesichtsnotdusche. Sie werden als Einrichtungen der Ersten
Hilfe dort benötigt, wo Augen, Hände oder gar der ganze Körper aggressiven oder gesundheitsschädlichen
Stoffen ausgesetzt werden könnten. Sie sind beispielsweise in Laboratorien, Galvanikbetrieben und beim
Umgang mit ätzenden Stoffen (z. B. Säuren und Laugen) gesetzlich vorgeschrieben.

Im betrieblichen Alltag kommen schwere Unfälle mit Verbrennungen oder Verätzungen leider immer wieder vor.
Um so wichtiger ist es, dass man für solche Notfälle gerüstet ist. All unsere Notduschen sind nach nationalen und
international gültigen Richtlinien und Normen gefertigt. Hierdurch ist sichergestellt, dass bei vorschriftsmäßiger
Bedienung, im Laufe von 10 - 15 Minuten, gefährliche Stoffe mit sauberem, kühlem Wasser zuverlässig aus
Augen und Gesicht ausgewaschen, bzw. von den betroffenen Körperbereichen entfernt werden können.

Neben den aggressiven und ätzenden Stoffen stellen insbesondere auch brennbare Flüssigkeiten ein erhebliches
Gefahrenpotential für die Beschäftigten dar. Hierbei besteht hauptsächlich die Gefahr der Entflammbarkeit
verunreinigter Kleidungsstücke. Nur durch den raschen und konsequenten Einsatz einer Notdusche können in
solchen Fällen schwerste Verletzungen oder gar der Tod des Betroffenen verhindert werden.

2. Unterweisung der gefährdeten Personen
  Es ist wichtig, dass alle gefährdeten Personen wissen, wo sich Notduschen befinden und wie sie funktionieren.

Eine verletzte Person gerät schnell in Panik. Je schwerer die Verletzung, umso wahrscheinlicher ist es, dass man
in Panik gerät. Es kann auch sein, dass die Augen betroffen sind. Reflexartig werden beide Augen zugekniffen,
wenn ein Fremdkörper eingedrungen ist. Theoretisch müsste man in der Lage sein, fast blind zu der Notdusche
zu kommen um diese dann zu bedienen.

Die Auslösung einer Notdusche kann auf unterschiedliche Weise erfolgen: Durch Trittrost, Fußhebel, Zugstange,
Druckplatte, oder durch Öffnen des schützenden Deckels bei einem Augenbad.

Weil es verschiedene Möglichkeiten gibt, müssen die Mitarbeiter wissen, wo die Notduschen stehen und wie sie
funktionieren.

3. Erste Hilfe geleistet - und dann?
  Nach der Erstbehandlung muss die verletzte Person zum Arzt, zum Augenarzt oder ins Krankenhaus gebracht
werden (je nach Verletzung). Von minimalen Verletzungen abgesehen, sollte die Verletzung also immer noch mal
ärztlich geprüft und ggf. behandelt werden.

4. Welche Art von Notduschen gibt es?
 

Es gibt in Abhängigkeit an die unterschiedlichsten Bedingungen vor Ort, eine Vielzahl von Ausführungen für die
verschiedensten Einsatzmöglichkeiten, z.B.:

Augennotduschen
wandmontiert, sockelmontiert
beheizt, unbeheizt
falls beheizt: mit oder ohne Ex-Schutz

Körpernotduschen
freistehend
wandmontiert
deckenmontiert
beheizt oder unbeheizt
falls beheizt: mit oder ohne Ex-Schutz

Kombinationsnotduschen (Körper- und Augennotdusche)
freistehend
wandmontiert
beheizt oder unbeheizt
falls beheizt: mit oder ohne Ex-Schutz

Mobile Notduschen
beheizt oder unbeheizt
falls beheizt: mit oder ohne Ex-Schutz

Tanknotduschen
beheizt oder unbeheizt
falls beheizt: mit oder ohne Ex-Schutz

Die Notduschen sind jeweils auch mit einer Warmwasserversorgung ausrüstbar. Dies hat den Vorteil, dass eine
ohnehin schon verletzte Person vor einem zusätzlichen Schock durch zu kaltes Wasser bewahrt wird.

Notduschen für extrem kalte Bereiche
Es gibt Notduschen, die werden mittels Tauchsieder beheizt. Diese Notduschen sind vergleichsweise teuer.
Normalerweise werden Notduschen aber mittels Begleitheizkabel beheizt. Diese Beheizung sorgt dafür, dass die
Notduschen im Winter nicht einfrieren. ABER: Für extrem kalte Bereiche kann diese Standardbeheizung unzureichend
sein. Keine standardmäßig begleitbeheizte Notdusche hält längere Zeit Temperaturen von -15° und niedriger
aus, ohne einzufrieren.

Was hat es mit den sog. ‚arktischen’ Modellen auf sich?

Wie der Name schon vermuten läßt, sind diese für extrem niedrige Temperaturen bis minus 25° C geeignet. Diese
Notduschen werden – abweichend von den standardmäßig beheizten Notduschen – auch im oberen Bereich beheizt.

Worauf ist sonst noch zu achten? Achten Sie bitte auf die äußere Umhüllung, die meistens aus PVC ist. PVC wird im
Winter brüchig und geht bei kleinsten Anrempelungen zu Bruch (Verletzungsgefahr!). Besser sind rotationsgeformte
Kunststoffteile aus Polyethylen. Diese werden bei Minus-Temperaturen nicht brüchig

Notduschen für extrem warme Bereiche
Wo Gefahr besteht, dass aufgrund klimatischer Verhältnisse oder Strahlungswärme das Wasser in den Standrohren zu
heiß wird, sollte auf isolierte oder selbstentleerende Notduschen zurückgegriffen werden.

Wenn auch die Zuleitungen zu den Notduschen überhitzen können, sollten Ablassventile eingesetzt werden. Diese können
auf bestimmte Temperaturen eingestellt werden, z. B. 30° C. Wird diese Temperatur in der Zuleitung erreicht, wird das an
der Notdusche montierte Ablassventil aktiviert – es wird einfach Wasser abgelassen.

Auf diese Weise wird verhindert, dass eine Person sich verbrüht. Die Erfahrung hat gezeigt, dass in der Wüste das Wasser
in den Standrohren oder in den Zuleitungen durchaus 60° C erreichen kann. Diese extremen Temperaturen können aber
auch in Deutsch-land, z. B. bei Eisengießereien, erreicht werden.

Tanknotduschen
Tankduschen werden dort eingesetzt, wo entweder keine permanente Wasserversorgung vorhanden ist oder wo der
erforderliche Wasserdruck nicht zuverlässig gewähr-leistet werden kann.

Tankduschen bieten aber noch weitere Vorteile: Abweichend von beheizten Notduschen wird hier die Wassertemperatur
eingestellt, normalerweise auf 20° C. Diese Temperatur kann höher oder niedriger sein, 20° C aber hat sich bewährt. Es
ist einerseits warm genug, dass eine verletzte Person keinen Schock durch zu kaltes Wasser bekommt, andererseits tritt
bei 20° C eine deutliche Kühlung auf. Diese Kühlung ist medizinisch gewünscht und wird von der verletzten Person als
schmerzlindernd empfunden.

Wasserverkeimung bei Tankduschen
Bei 20° C ist eine Verkeimung nicht so schnell zu befürchten. Bei hochwertigen Tankduschen ist der Tank gut isoliert.
Die gute Isolierung hält auch das Sonnenlicht weitgehend ab. Insekten können nicht in den Tank geraten. Das ist wichtig,
denn Insekten würden das Wasser sehr schnell verkeimen lassen.

Wir empfehlen, den Tankinhalt alle 4 Wochen auszuwechseln. Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit Chemikalien das
Wasser bis zu 6 Monaten haltbar zu machen.

Woraus sollten Sie bei Tankduschen besonders achten? Fragen Sie nach dem Innentank. Ist er aus glattem PE oder
aus rauhem GFK? Die Gefahr der Wasserverkeimung ist bei einem rauhen Innentank viel größer!

Außerdem wichtig: ein Doppelthermostat, eine gute Abdichtung des Tanks (damit keine Insekten eindringen können)
und eine gute Isolierung (auch Sonnenein-wirkung trägt zur Keimbildung bei).

5. Sind Notduschen vorgeschrieben?
  Notduschen zählen in vielen Gesetzen, Richtlinien und Verordnungen zu den notwendigen Erste-Hilfe-
Einrichtungen.

Dazu zählen u.a.

das Arbeitsschutzgesetz
die Gefahrstoffverordnung
die Arbeitsstättenverordnung
die Unfallverhütungsvorschriften
die Laborrichtlinien
uvm.

Nicht zuletzt ist den Berufsgenossenschaften daran gelegen, dass Betriebe sich an die Einhaltung der vielen
Gesetze, Richtlinien und Verordnungen halten, da sie für den Ausfall von Beschäftigen, bei z.B. einem
Arbeitsunfall, aufkommen müssen.

Mit Hilfe einer Gefährdungsbeurteilung, lässt sich einfach und sicher herausfinden, ob und wo ein Notdusche
benötigt wird. Hierzu steht z.B. das Internetportal von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
(BAuA) www.gefaehrdungsbeurteilung.de zur Verfügung. Auch auf den Internetseiten der verschiedenen
Berufsgenossenschaften findet man zu diesem Thema zahlreiche Informationen und Hilfestellungen.

Auf Notduschen und Augenspüleinrichtungen als Einrichtungen der Ersten Hilfe ist durch die entsprechenden
Rettungszeichen hinzuweisen.

6. Wo und in welcher Reichweite sollen Notduschen stehen?
  Hierauf gibt es keine allgemein gültige Antwort. Eine Notdusche sollte grundsätzlich möglichst in der Nähe der
Gefahrenquelle (max. 15 m) vorhanden und innerhalb von 10 Sekunden erreichbar sein (ANSI).

Bei extrem gefährlichen Substanzen können 10 Sekunden aber schon viel zu lang sein. Es gibt Stoffe, die extrem
gefährlich, sogar tödlich sein können. In solchen Fällen muss die Notdusche in unmittelbarer Nähe aufgestellt und
das Wasser in einer Auffangwanne aufgefangen werden.

Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass Notduschen frei zugänglich sein müssen, sie sollten durch
nichts verstellt werden. Treppen und Stolperfallen sind strikt zu vermeiden.

Sicher kann die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung bei der Bedarfsermittlung sehr hilfreich sein.

7. Welche technischen Anforderungen müssen Notduschen erfüllen?
  In Europa werden die technischen Anforderungen an eine Notdsuche in der DIN EN 15154 aufgeführt. Weiter gibt
es noch unterschiedliche nationale und internationale Richtlinen, in denen technische Anforderungen definiert
sind.

Weltweit anerkannt und populär ist z.B. die aktuelle ANSI Z 358.1, American National Standard, kurz „ANSI“
genannt. Diese Richtlinie deckt sich mit denen der DIN EN und geht teilweise sogar weit darüber hinaus. Schreibt
z.B. die DIN EN für Körpernotduschen mindestens 60 Liter pro Minute vor, verlangt die ANSI mindestens 75 Liter
pro Minute. Bei Augennotduschen 12 Liter (6 Liter pro Ausgang lt. DIN EN) bzw. 11,5 Liter (ANSI) pro Minute
sollen es mindestens sein.

Unsere Notduschen entsprechen der aktuellen ANSI und der DIN EN 15154.

8. Wie sieht es mit der Wartung von Notduschen aus?
  Notduschen sollten grundsätzlich regelmäßig auf Funktionsfähigkeit geprüft werden. Wir empfehlen, einmal
wöchentlich die Notduschen zu aktivieren. Das hat auch den Vorteil, dass das in den Standleitungen vorhandene
Wasser regelmäßig ausgetauscht wird, wodurch eine Verkeimungsgefahr vermieden wird.

Mindestens einmal jährlich, besser noch halbjährlich, sollten Augenspülperlatoren und/oder die Duschdüsen
einmal gründlich gereinigt werden. Die Sprühköpfe unserer sämtlichen Produkte sind modular aufgebaut, was im
Reparaturfall der Kosteneinsparung dient und eine problemlose Erweiterung oder Umrüstung ermöglicht.

9. Wann eine Augenspülflasche nehmen und wann eine fest angeschlossene Augen-/Gesichtsdusche?
  Das hängt grundsätzlich von der Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes ab. Ist kein Wasseranschluß in unmittelbarer
Nähe des Arbeitsplatzes vorhanden, kann eine Augenspülflasche eine geeignete Alternative für die Erstversorgung sein.
Auch wenn damit ein effektives Mittel zur Ersten Hilfe bereit gestellt wird, ist in den meisten Fällen die Installation
einer an das Trinkwasser angeschlossenen Augen-/Gesichtsdusche erforderlich, um auch das komplette Gesicht ausreichend
spülen zu können.
   
10. So viel zu der Theorie. Und wie sieht es in der Praxis aus?
  Wenn Sie die folgende Fragen mit „Ja“ beantworten können, dann sind Sie bestmöglich für einen Notfall
gewappnet:

Wissen Sie, wo sich in Ihrem Arbeitsbereich die nächste Notdusche befindet?

Wissen Sie, wie und ob sie funktioniert?

Würden Sie im Notfall die Notdusche mit eingeschränktem Sehvermögen, unter Schmerzen und in Panik, sicher
     und innerhalb von 5 bis max. 10 Sekunden erreichen?

Wissen Sie, was im Anschluss an die Erstversorgung zu tun ist?

Wird die Notdusche in regelmäßigen Abständen, im besten Fall wöchentlich, auf Funktion geprüft?

Würden Sie das Wasser aus der Notdusche bedenkenlos trinken, sprich, wird sie mit Wasser von
     Trinkwasserqualität gespeißt?