Tatort: Dramatischer Notduschen-Einsatz

Am 07.06.2015 wurde in der Krimi-Serie „Tatort“ ein tödlicher Chemieunfall gezeigt, in der die Darstellerin von Flusssäure verätzt wird und eine von unseren Notduschen zum abspülen benutzt.

Notduschen-Szene in der XL-Vorschau auf "Tatort: Gier"

Ohne allzu kritisch auf die Details einzugehen, zeigt die Szene sehr realistisch, wie dramatisch ein Unfall mit Chemikalien verlaufen kann. Sicher hatte die Notduschen-Szene nur wenig Bedeutung im Drehbuch, und doch kann man sagen, es wurde alles richtig gemacht. Es wurde nicht gezögert die betroffene Person unter die Notdusche zu stellen und, was ganz wichtig ist, ihr die Kleidung auszuziehen. In den Medien sind neben vielen anderen Fragen, auch folgende zwei Fragen gestellt worden: "Kann man tatsächlich an einer Flusssäureverätzung sterben?" und "Warum konnte der Einsatz der Notdusche das Leben der Frau nicht retten?".

Flusssäure ist eine sehr gefährliche Chemikalie und man kann durchaus an einer Verätzung sterben. Ob die Menge aus dem „Tatort“ dafür tatsächlich ausgereicht hätte, kann man nur vermuten. In den Sicherheitsdatenblättern von Flusssäure wird, bei Körperkontakt, eine Notdusche als geeignete Erste-Hilfe-Einrichtung genannt, und zwar aus folgenden Gründen: Die Chemikalie wird durch große Mengen Wasser verdünnt und gleichzeitig von der Hautoberfläche abgespült, um eine weitere Ausbreitung auf der Haut zu vermeiden. Darum ist es auch wichtig, dass die Kleidungsstücke vom Körper entfernt werden. Bei Flusssäure ist es allerdings so, dass sie tief in die unteren Gewebeschichten eindringt und dort auch kein Wasser mehr hilft. Die Rettungskette muss also nach dem Einsatz der Notdusche fortgesetzt werden. Als nächstes wäre der Rettungsdienst für die weitere Notfallversorgung zuständig.

Wir freuen uns sehr über die große Aufmerksamkeit, die das Thema Erste-Hilfe-Einrichtung und Chemieunfall durch die Krimi-Serie bekommen hat. Wer davon wachgerüttelt wurde, den beraten wir gerne zu diesem Thema.